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politik&kommunikation ist das einzige deutsche Fachmagazin für politische Kommunikation. Für p&k analysieren die Autoren der Kampagnenpraxis, wie Politiker das Internet für Ihre Kampagnen nutzen können

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Alle Mühe umsonst?

“Wissenschaftler zweifeln am Erfolg von Politikern im Internet” – so schrieb es die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vor ein paar Wochen. Politiker machen sich viel Arbeit, am Ende liest es doch kaum jemand. Ist das wirklich so?

So ganz stimmen kann das nicht. Peer Steinbrück zum Beispiel hat mehr als 20.000 Likes bei Facebook, einer seiner letzten Beiträge hat mehr als 1000 Kommentare. Der Grund ist einfach: Das Bild eines Zigarre rauchenden Mannes bedankt sich bei der CDU für “Keine Frauenquote”. Bilder vermitteln Emotionen, Emotionen schaffen Zugänge zu Themen. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Medien geht es im Internet auch weiter: Das Bild verlinkt auf ein YouTubeVideo, in dem das Thema Frauenquote weiter aufgegriffen wird.

Zugegeben, nicht jeder Politiker hat die Reichweite eines Peer Steinbrücks. Aber wer sich offen und neugierig auf das Internet einlässt, der wird über kurz oder lang auch Menschen erreichen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Das muss nicht immer angenehm sein, man muss nicht immer große Massen erreichen. Wie am Wahlkampfstand.

Wo sonst hat Politik die Möglichkeit, auf Probleme aufmerksam zu machen und dazu ausführlich ihre Positionen darzustellen. Wer sich wirklich über Politik informieren will, kommt längst nicht mehr am Internet vorbei.

Kampagnentrends Nr. 22