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politik&kommunikation ist das einzige deutsche Fachmagazin für politische Kommunikation. Für p&k analysieren die Autoren der Kampagnenpraxis, wie Politiker das Internet für Ihre Kampagnen nutzen können

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Die wichtigen Dinge

Daniel Rousta, der Wahlkampfleiter der SPD in Baden-Württemberg, sprach kürzlich in einem Interview mit p&k darüber, wie Parteien das Internet einsetzen: Wenn man sich darauf verlasse, sagte er, über das Internet oder eine iPhone-App zigtausend Menschen zu erreichen, übersehe man die wirklich wichtigen Dinge. Rousta hat vielleicht gar nicht bemerkt, wie sehr er Recht hat. Was er auf den konkreten Einsatz einzelner Wahlkampfmittel zu beziehen scheint, gilt auch fürs Internet selbst. Oft wird für den Wahlkampf einfach ein neues Internetportal gestartet – eine digitale Eintagsfliege – oder schnell ein Profil in den Sozialen Netzwerken eröffnet. Die Internetseite des Kandidaten oder der Partei wird aber häufig übersehen und steht seit Jahren ohne relevante Informationen im Netz. Zuallererst sollten sich die Parteien darauf konzentrieren, die simplen, aber bedeutenden Botschaften zu vermitteln: Wer sind wir und wofür stehen wir? Das Internet ist dafür ideal, weil es flexibler als alle anderen Medien ist, und jederzeit verfügbar. So lange den Bürgern selbst diese einfache Chance auf Information verwehrt wird, so lange kann Wahlkampf im Internet nie mehr sein als ein Strohfeuer.

Kampagnentrends Nr. 4