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Gute Pressemitteilungen sind schlechter Content

Internetauftritte von zahllosen lokalen Parteien und Regionalpolitikern kennen oft nur eine Form der Aktualität: Die Pressemitteilung.

Während in Zeitungen und Radio kaum noch über Lokalpolitik berichtet wird, halten Ortsverbände von Parteien und Politiker im Wahlkreis stoisch an der Herausgabe klassischer Pressemitteilungen fest. Wer druckt die eigentlich noch?

Internet sei dank, haben die Pressemitteilungen eine zweifelhafte, neue Bestimmung gefunden. Sie werden auf die eigene Website gestellt und dienen dort als “Aktuelle Nachrichten”. Oft die einzige Stelle, wo sie noch veröffentlicht werden.

Besucher lokaler Politik-Websites sind aber keine ausgewiesenen Journalisten, sondern Bürgerinnen und Bürger, Nachbarn oder Vereinskollegen. Sie müssen nun die harte Journalistenkost schlucken, obwohl sich die Form der Schreibe gar nicht an sie richtet.

Der Aufmacher auf der persönlichen Website der Lokalpolitikerin muss statt “CDU-Ratsfrau Mönkeberg stimmt dem Neubaugebiet am Stadtrand von Musterstadt zu.” lauten: “Das geplante Neubaugebiet finde ich gut.” Über sich selbst in der dritten Person zu schreiben, macht unnahbar und distanziert.

Beenden wir am besten die Zweitverwertung von Pressemitteilungen als vermeintlich aktuelle Nachrichten! Schreiben wir besser flotte, kurze Meldungen zum Geschehen im Ort und schildern die Standpunkte aus dem eigenen Blickwinkel. So wie wir es auch im persönlichen Gesprächen auf dem Dorfplatz oder im Wirtshaus tun.

Kampagnentrends Nr. 13