Zur Kolumne

politik&kommunikation ist das einzige deutsche Fachmagazin für politische Kommunikation. Für p&k analysieren die Autoren der Kampagnenpraxis, wie Politiker das Internet für Ihre Kampagnen nutzen können

p&k

Mehr als „Gefällt mir“

Im Marketing, in der PR und in der politischen Kommunikation kommt niemand mehr ums Web 2.0 herum. Je nach Einsatzbereich scheinen die Inhalte etwas anders, die Ideen aber immer dieselben. Eine Fanseite auf Facebook, ein Account bei Twitter, vielleicht wird noch etwas gebloggt, und alle Fotos gehören natürlich auf Flickr. Hinter den meisten Kampagnen steht dabei ein Sendebewusstsein, das mit Web 2.0 so viel zu tun hat wie ein TV-Spot. Die eigentliche Idee hinter Social Media wird völlig vergessen: gemeinsam etwas zu schaffen. In der Politik hat uns Obama gezeigt, dass das Internet mehr kann. Seine Kampagne hat ihr Herzstück öffentlich gemacht: die Adressdatenbank. Freiwillige Helfer konnten sich Kontaktdaten von potentiellen Wählern herunterladen, die sie anriefen oder zuhause besuchten. Und danach hielten sie fest, ob die Person ein überzeugter Wähler ist oder nicht. Sie schufen Wissen, das die Grundlage für strategische Entscheidungen der Kampagne war. Dass Obama mit einer exklusiven SMS und auf Twitter vorab mitteilte, wer sein Vizepräsident wird, war clever. Er bekam Aufmerksamkeit und Handynummern. Grenzen sprengte Obama aber dort, wo Medien und Social-Media-Berater weniger hinschauten.

Kampagnentrends Nr. 3