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politik&kommunikation ist das einzige deutsche Fachmagazin für politische Kommunikation. Für p&k analysieren die Autoren der Kampagnenpraxis, wie Politiker das Internet für Ihre Kampagnen nutzen können

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Nur für iPad-Nutzer

iPhone-Apps versprechen uns ein besseres Leben: Sie dienen als Gesundheitsratgeber, ausgefallene Wecker und Reiseführer. Immer mehr Politiker wollen darum ihren eigenen Stern am App-Himmel. Dabei wird gerne vergessen: Eine App alleine schafft keinen Wert – und erst recht kein Bedürfnis. Zum Beispiel wollen sich Leute dann über die CDU informieren, wenn sie ein Interesse an der Partei haben. Und nicht, wenn das Magazin der Union neu auch aufs iPad kommt. Wie bei jeder anderen Kommunikationsmaßnahme muss für die Zielgruppe ein Mehrwert entstehen. Wenn Greenpeace mit ihrer „Fishguide-App” eine Einkaufshilfe bietet, die zeigt, welche Fische noch gekauft werden dürfen und welche zu bedroht sind, dann richtet sich das an die richtige Zielgruppe: an bewusst einkaufende,
urbane Menschen, die sich Fisch und iPhone leisten können. Der Zweck und damit der Erfolg stellen sich ein, weil ein Mehrwert für den Alltag geboten wird und der eigene gezielte Konsumverzicht glaubhaft zur Lösung des Problems beiträgt. Kurzum: Statt einfach dem neuesten Trend zu folgen, wurde die App dort eingesetzt, wo sie ein Bedürfnis stillt. Außerdem: Es ist nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung, der ein iPhone oder iPad besitzt.

Kampagnentrends Nr. 7