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Öffnet die Datenbank!

Die Strategen in den Parteizentralen sind gespannt, was sie sich dieses Mal von US-Präsident Obamas Internetwahlkampf abgucken können. Derzeit schickt sein Team Tausenden Sympathisanten Einladungen zu persönlichen 45-Minuten-Gesprächen: In der Nachbarschaft oder per Telefon. Ziemlich offline – aber über das Netz organisiert. Die Demokraten reaktivieren Beziehungen, um den Helfern in den kommenden 18 Monaten wiederum den Wahlkampf anzuvertrauen. So wird aus etwa 14 Millionen E-Mail-Adressen und rund 28 Millionen Facebook-Freunden eine Kampagnenorganisation. Das können die Parteien auch hierzulande erreichen: Ihre Kontaktdatenbanken sind bisher verborgene Schätze, gehütet von den Generalsekretären. Sich ein Vorbild an Obama nehmen, heißt: Die Parteien müssen ihre Datenbanken als Arbeitswerkzeug für die Unterstützer öffnen. Jeder Interessent sollte angeben können, ob er von Gleichgesinnten kontaktiert werden mag. Wenn die Wahlkampfzentralen mir als Aktivisten dann noch zutrauen, auf diesem Weg mit anderen über die Zukunftsfragen unseres Landes ins Gespräch zu kommen, könnte ich mich sogar für den nächsten Wahlkampf hierzulande begeistern.

Kampagnentrends Nr. 9