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YouTube wird unterschätzt

In knapp einem halben Jahr rollt der Ball beim Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Brasilien. Zu diesem Zeitpunkt werden tausende Menschen in den Austragungsstädten zwangsumgesiedelt, Bauarbeiter mit Hungerlöhnen abgespeist und Straßenhändler vertrieben worden sein. Das sind die Schattenseiten von Megasportevents. Wie man solche Themen in die Medienöffentlichkeit holen kann, zeigt einmal mehr die Schweizer Nichtregierungsorganisation Solidar Suisse mit ihrer Kampagne „Pfeifen Sie Sepp Blatter Ihre Meinung!“. Mit einem professionell produzierten YouTube-Clip lockt die NGO potentielle Unterstützer auf die Kampagnenwebsite. Der Clip ist dabei ein zentrales Element der Kampagne und nicht bloß Beiwerk. Man setzt auf die virale Verbreitung der eigenen Botschaft. Leider wird YouTube gerade hierzulande immer noch unterschätzt, wenn es um die Generierung von Reichweite geht. Für die Schweizer NGO ist es hingegen nicht das erste Mal, dass sie mit einem Video auf ihre Ziele Aufmerksam macht. Schon 2011 hatte man einen viralen Erfolg mit einem Clip, in dem man mit einem George Clooney-Double auf die Ausbeutung von Kaffeebauern aufmerksam gemacht hat.

Kampagnentrends Nr. 29