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Report Nr. 13
24. März 2010

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Einfach in den Online-Kommunalwahlkampf

Die nordrhein-westfälischen Grünen ermöglichten ihren Ortsparteien und Kandidaten in den Kommunalwahlen einen einfachen und effizienten Online-Wahlkampf. Sie stellten ihnen eine kostenlose Blog-Plattform zur Verfügung. Mit diesem konnten sie vor Ort Präsenz markieren und mit Interessierten Diskussionen führen. Weil sie sich zudem untereinander austauschen und vernetzen konnten und so mehr Aufmerksamkeit erhielten, rückten sie auch ins Zentrum der parteiübergreifenden Online-Debatte.

In Kommunalwahlkämpfen haben Parteien im Ort alle Hände voll zu tun. Zwischen Bürgerversammlungen und Marktständen fehlt ihnen Zeit, Know-how und Geld für eine Online-Präsenz. Gerade aber im Kleinen und vor Ort, unterhalb des Radars der Massenmedien, suchen Bürger oft nach Parteien und Kandidaten im Internet. Die Grünen Nordrhein-Westfalen entwickelten für die landesweiten Kommunalwahlen 2009 deshalb eine kostenlose Online-Plattform für Kandidaten, Ortsparteien und Aktivisten. Ziel war, eine möglichst einfache und möglichst effektive Lösung anzubieten für den Kontakt mit den – verglichen mit großen Wahlkämpfen – wenigen, aber wichtigen Interessierten in den einzelnen Kommunen.

Gemeinsame Blogplattform

Die Blogplattform zeit-fuer-gruen.de

Die Blogplattform zeit-fuer-gruen.de

Die Grünen setzten auf politische Blogs. Über Blogs können Politiker persönliche Beiträge verfassen, die sich direkt an interessierte Bürgern wenden. Zudem ist die Pflege und das Erfassen neuer Beiträge einfacher als bei den meisten Websites. Leser können neue Beiträge abonnieren und ersparen sich so das wiederholte Aufrufen der Website. Zusätzlich bieten Blogs Lesern die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren und mit den Mitlesern und den Autoren eine Diskussion über den Beitrag zu führen.

Die grüne Blogplattform in Nordrhein-Westfalen ließ die einzelnen Blogs von der gemeinsamen Plattform profitieren. Auf der zentralen Kampagnenwebsite zeit-fuer-gruen.de wurden die Beiträge gebündelt dargestellt und erhielten so mehr Aufmerksamkeit. Auch mit Kommentaren untereinander konnten die Kommunalpolitiker sich ermutigen und unterstützen. Die Teilnehmerschaft war bunt gemischt, kommunale Kandidaten, grüne Ortsverbände oder auch Interessengruppen wie queerköln setzten auf die Plattform. Eine Parteimitgliedschaft war keine Voraussetzung, um ein eigenes Blog einzurichten. Bewusst wollte der Landesverband die Kommunikation in den Mittelpunkt rücken und so Parteimitglieder und geneigte Interessierte gleichermaßen einladen. Alle konnten mit einem Blog in die öffentliche Diskussion einsteigen.

Parteiübergreifende Diskussionen anziehen

Die entstehende Medienöffentlichkeit war ein willkommener Nebeneffekt der Kampagne. Journalisten konnten durch die Blogs die Wahlkampfaktivitäten der Grünen vor Ort im ganzen Bundesland ohne großen Aufwand und gebündelt verfolgen und erhielten gleichzeitig Informationen aus erster Hand. Doch nicht nur die örtlichen Massenmedien als verlängertes Verbreitungsorgan waren ein Erfolgsfaktor der Kampagne, sondern auch die Kommunikation mit den politischen Gegnern über das Intenet. In verschiedenen Fällen nutzten andere Kandidaten die Blogs der Grünen, um über lokale Themen zu diskutieren. Parteiübergreifende Diskussionen wurden plötzlich über Grüne-Blogs geführt.

Benjamin Müller, der die Plattform für die Nordrhein-Westfälischen Grünen konzipiert hat, ist interessiert am Austausch zu Kommunal- und Landeswahlkämpfen im Internet.