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Report Nr. 47
27. Juli 2011

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Helfen, einfach gemacht

In vielen deutschen Haushalten stapeln sich leergetrunkene Pfandflaschen. Häufig landen sie irgendwann einfach im Müll. Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen, die ihr Geld mit dem Sammeln und Zurückbringen ebensolcher Flaschen verdienen. Berliner Studenten schaffen eine Website, die beide Seiten zusammenbringt. Weil das Angebot durch seine Einfachheit überzeugt, gewinnt es über Mundpropaganda on- und offline rasch an Beliebtheit und verbreitet sich in weiteren Städten Deutschlands.

Jeden Tag entsorgen Deutsche landauf, landab unzählige Pfandflaschen als Haushaltsmüll. Dadurch verschwinden die Flaschen nicht nur aus dem Recycling-Zyklus und belasten die Umwelt damit unnötig, sondern es wird auch das Geld, das als Pfand mitgezahlt wurde entsorgt. Gleichzeitig gibt es eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die das Pfandgeld gut gebrauchen können und deshalb ihre Tage mit der Suche nach leeren Flaschen verbringen.

Einfaches Prinzip, einfache Umsetzung

pfandgeben.de vermittelt zwischen Pfandgebern und -nehmern

Um diesem Misstand entgegen zu wirken, entwickelten Berliner Studententen die Online-Plattform pfandgeben.de. Mit einer ganz einfach und verständlich gestalteten Website brachten sie Entsorger und Sammler zusammen: Flaschensammler können auf der Seite ihre Handynummer angeben, und wer die Flaschen loswerden will, ruft einfach einen dieser Sammler an. Direkt am Telefon – und nicht über den Umweg der E-Mail – vereinbaren sie Ort und Zeitpunkt. Die Handlung wird für die Teilnehmer damit noch bequemer, als die Flaschen im Müll zu entsorgen.

Mundpropaganda und Facebook

Nach der Start bewarben die Macher das Projekt einerseits auf Facebook, andererseits über einen Flyer. Auf Facebook baten sie die Pfandgeber, von ihren Erfahrungen zu berichten, wodurch der Tauschprozess auch für andere erfahrbar wurde und mehr Leute Vertrauen in den Dienst entwickelten. Auf diesem Weg und mit Hilfe der klassischen Flyerwerbung stieg die Bekanntheit des Projekts rasch an und die Plattform verzeichnete immer höhere Nutzerzahlen. Zunächst als lokales Berliner Projekt gestartet, finden über die Plattform inzwischen auch Pfandgeber und -nehmer in zahlreichen weiteren Städten wie Essen, Hannover und Passau zueinander.

Pfandgeben.de zeigt so am konkreten Beispiel auf, wie über das Internet Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden können. Das Angebot funktioniert dank der ganz einfachen Internetseite, die jeder sofort versteht und die in der Bedienung praktische keinen Aufwand entstehen lässt. Die Plattform schafft so eine Situation, in der beide Seiten gewinnen.