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Report Nr. 38
23. März 2011

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Stadtplanung von Bürgern für Bürger

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden entscheiden die Einwohner mit, wie ihre historischen Plätze und Gebäude erhalten und wertvoller gemacht werden können. Gemäß der Idee, eine Stadt mit ihren Bewohnern zu bauen, möchte Dresden in einer öffentlichen Debatte frische Ideen gewinnen. Über eine Internetplattform bietet die Stadt allen die Möglichkeit, sich einzubringen, Vorschläge zu bewerten und so Einfluss auf die zukünftige Stadt zu nehmen.

Seit Jahren herrscht in Dresden Uneinigkeit über wichtige Fragen in der städtischen Bauplanung. Besonders betroffen sind historische Plätze und Gebäude wie der weithin bekannte Neumarkt. Anstatt die Stadtentwicklung weiterhin ausschließlich in der Amtsstube zu planen, will Dresden die Bevölkerung direkt mit einbinden.

Diskussion auf zentraler Plattform

Die Internetseite der »Dresdner Debatte«

Die Internetseite der »Dresdner Debatte«

Mit der Internetplattform Dresdner Debatte wurde eine einfach zu bedienende Website zur Drehscheibe der gesamten Kampagne. In einer ersten, vierwöchigen Diskussionsrunde konnten sich darauf die Dresdner zum Thema »Neugestaltung des Neumarkts« informieren und austauschen. Jeder Bürger hatte so die Möglichkeit, direkt an der Planung teilzunehmen, sich mit eigenen Ideen einzubringen und Ideen anderer zu bewerten. Weitere Erkenntnisse lieferte auch eine in die Internetseite integrierte Umfrage. Damit konnten auf ganz einfache Weise Meinungen zu konkreten Fragen des Projektes erhoben werden.

Die Initiatoren hatten aus den Erfahrungen anderer Partizipations-Plattformen gelernt, dass eine Diskussion ohne Leitung schnell entgleisen kann und sich daher für die ständige Betreuung der »Dresdner Debatte« durch ein Moderatorenteam entschlossen. Zusätzlich wurden viele Benutzerfragen bereits in einer Häufige-Fragen-Rubrik erklärt.

Zudem bestand für Interessierte die Möglichkeit, sich nicht nur über die Internetplattform, sondern auch über einen Twitterkanal an der Diskussion zu beteiligen. Und für Gespräche vor Ort konnten sich Bürger an einen direkt am Neumarkt aufgestellten Infostand wenden.

Animation zur Teilnahme durch klassische Maßnahmen

Um die Bürger zur Teilnahme zu bewegen, wurde die »Dresdner Debatte« von Beginn weg mit klassischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Neben Postern und Flyern, die stadtweit verteilt wurden, band man auch zahlreiche lokale und regionale Vereine, Institutionen und Medien ein. Im Internet setzte man zur Bekanntmachung auf Kooperationen mit Seiten lokaler Medien und Blogs.

Reale Ergebnisse der digitalen Debatte

Insgesamt beteiligten sich an der Debatte um die Neugestaltung des Neumarkts mehr als 350 Personen, die rund 450 Vorschläge einbrachten. Daneben wurden mit fast 800 Kommentaren Vorschläge von anderen bewertet und ergänzt. Im Nachgang der Diskussionsphase wurden alle Vorschläge gesichtet, zusammengefasst und der Bevölkerung im November 2010 präsentiert. Das Projekt »Dresdner Debatte« wird in Zukunft auch für andere Fragen der Stadtplanung genutzt werden.