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Report Nr. 25
8. September 2010

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Unterstützer als politische Botschafter gewinnen

In ihrer Online-Kampagne im Landtagswahlkampf 2010 ermutigte die CDU Nordrhein-Westfalen ihre Mitglieder und Unterstützer, zu politischen Botschaftern im persönlichen Bekanntenkreis zu werden. Um ihnen eine Anlaufstelle im Netz zu bieten, bündelte die Partei Kampagnenmaterialien auf der Seite »NRW für Rüttgers«. Hier mischten sich offizielle Beiträge des Kampagnenteams mit Beiträgen von freiwilligen Unterstützern.

Die CDU NRW wollte es ihren Unterstützern möglichst leicht machen, sich im Landtagswahlkampf einzubringen. Dafür schuf das Wahlkampfteam die Kampagnenseite »NRW für Rüttgers« und pflegte Profile bei Facebook und Twitter, wo sie klassisches Kampagnenmaterial unkompliziert verfügbar machten. Ergänzt wurden diese klassischen Inhalte durch Videostatements des Spitzenkandidaten Jürgen Rüttgers und des CDU-Generalsekretärs Andreas Krautscheid oder durch Passantenbefragungen in Fußgängerzonen. Zusätzlich war es auch auf der Kampagnenseite möglich, Beiträge und Videos in Blogs oder sozialen Netzwerken zu teilen und Kommentare zu den einzelnen Beiträgen und Videos abzugeben. Ein Angebot, das sowohl Unterstützer als auch Kritiker nutzten.

Interaktion suchen

NRW für Rüttgers

Jürgen Rüttgers bedankt sich bei den Wahlkämpfern

Reaktionen auf die Kampagneninhalte waren auch über »NRW für Rüttgers« hinaus möglich. Im Vergleich zu vorangegangenen Online-Kampagnen setzte die CDU NRW stärker auf Facebook, um den Kontakt zu Unterstützern und Kritikern zu suchen. So stellte sie auf dem Fanprofil von Jürgen Rüttgers ebenfalls Kampagnenmaterialien und Unterstützerinhalte bereit. Zusätzlich ermöglichte die Partei die Interaktion von Unterstützern und Kritikern rund um diese Inhalte in den Kommentaren. Wenn ein Nutzer CDU-Kampagneninhalte kommentierte oder teilte, wurden automatisch seine Facebook-Freunde darüber informiert. Damit erhöhte die Kampagne ihre Reichweite zusätzlich.

Flache Hierarchien und kreative Arbeitsabläufe

Die hohe Dichte an Beiträgen, Videos und kampagnenbegleitenden Informationen, die in der heißen Wahlkampfphase auf der Kampagnenseite »NRW für Rüttgers« bereitgestellt wurden, war nur durch den Einsatz von zahlreichen Freiwilligen möglich. Inspiriert durch den Einsatz des »webcamp09« (siehe Report Nr. 3) für Roland Koch im hessischen Landtagswahlkampf 2009, ließ die CDU NRW dem Freiwilligenteam ihrer Online-Kampagne viel gestalterischen Freiraum und ermöglichte mit flachen Hierarchien schnelle und kreative Arbeitsabläufe.

Die Nutzung der als Blog gestalteten Kampagnenseite »NRW für Rüttgers« und verschiedener sozialer Netzwerke erlaubte es der CDU, den starren Rahmen ihrer offiziellen Parteiseite zu verlassen. Dies ermöglichte es, spontan neue Inhalte auszuprobieren und mit kreativen Elementen zu spielen. Da sowohl die Internetseite als auch die Profile bei Facebook und Twitter für den Nutzer sehr leicht zu bedienen waren, konnte so eine größere Reichweite im Wahlkampf erreicht werden. Der offene Umgang mit Kommentaren, seien sie nun von Unterstützern oder Kritikern, war hierbei ein wichtiges Element der Kampagne.