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Report Nr. 49
24. August 2011

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Zukunft einfach diskutieren

Die Sozialdemokratische Partei Österreichs will einen Raum schaffen, in dem sich die Österreicherinnen und Österreicher über die großen Herausforderungen für die Zukunft ihres Landes austauschen können. Alle Bürger sollen sich einbringen und beteiligen können. Dafür starten sie die Initiative »Österreich 2020« – eine Debatte, die über mehrere Jahre angelegt ist und im Internet begleitet und bereichert wird. Auf oe2020.at wird die Beteiligung einfach gemacht.

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise wollte die SPÖ unter Führung von Bundeskanzler Werner Faymann, eine Diskussion um die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Krise beginnen. An dieser »Zukunftsdiskussion« sollten sich möglichst viele Menschen beteiligen. Die SPÖ wollte eine offene und transparente Debatte führen, wie eine sozialdemokratische Vision für die Zukunft nach der Krise aussehen könnte. Um diese Diskussion allen Bürgern zu vermitteln, sollte sie nicht nur in Gemeindehäusern und Parteizentralen stattfinden, sondern auch auf einer Internetseite ausführlich begleitet, dokumentiert und angereichert werden.

Komplexe Debatte braucht einfache Struktur

Österreicher beteiligen sich an der Diskussion über Zukunftsfragen

Während Werbekampagnen im Internet sonst häufig auf eine einfache Botschaft bauen, die sich schnell weiterverbreiten kann, ist eine Debatte um die sozialdemokratischen Antworten auf die Wirtschaftskrise ungleich komplexer. Es geht nicht darum, dass Jeder eine simple Botschaft sieht, gut findet und diese weitererzählt. In der »Zukunftsdiskussion« sollte sich jeder Einzelne einbringen können. Um so viele Menschen wie möglich zu motivieren und auch langfristig einbindenzu können, hielt sich die SPÖ fest an ein paar einfache Regeln. In der Debatte musste immer alles transparent sein. Das heißt, Akteure, Strukturen und Organisation der einzelnen Debatten musste auch für einen neuen Teilnehmer sofort klar ersichtlich sein, damit auch dieser ohne Probleme in die Debatte einsteigen konnte.

Beteiligung einfach gemacht

Besonders wichtig war es den Initiatoren, die Mitwirkung so leicht wie möglich zu machen. So ist beispielsweise jeder Beitrag im Internet mit einem „Gefällt mir“-Button versehen. Damit kann jeder Interessierte völlig unkompliziert seine Zustimmung signalisieren. Wer etwas kommentieren will, kann dies ohne Registrierung tun. Sein Kommentar wird dann von der Redaktion frei geschaltet. Wer sich mit Klarnamen anmeldet, dessen Beiträge werden ohne Umweg über die Moderationsschleife veröffentlicht. Dieses niedrigschwellige Angebot ermöglicht eine breite Teilnahme.

Auf der Plattform oe2020.at wird jede Veranstaltung im Rahmen der Initiative »Österreich 2020« online verfügbar gemacht. Diskussionsveranstaltungen werden live auf der Internetseite übertragen und anschließend mit ihren Ergebnissen dokumentiert. Beiträge aus dem Netz werden in die Veranstaltungen eingespeist. Eine Facebook-Seite informiert über den Stand der Dinge; mit einem Newsletter und per Twitter werden Nachrichten zu oe2020.at ausgetauscht. Thesenpapiere und Diskussionsergebnisse sind abrufbar und können wiederum einfach mit Dritten geteilt werden.

Die klare Orientierung an diesen Grundpfeilern macht Bürgerbeteiligung und Parteiöffnung im Netz erfolgreich. oe2020.at zeigt, dass selbst bei komplexen inhaltlichen Debatten über mehrere Jahre Beteiligungsprozesse im Internet wirkungsvoll organisiert werden können.