Zur Kolumne

15 Beispiele, wie lokale und regionale Organisationen aus Politik und Zivilgesellschaft
das Internet für ihre Kampagnen und ihre Kommunikation erfolgreich nutzen können –
Unsere Reports, deren Ziel Problembewusstsein ist:

Schnauz zeigen!

1991 gingen in der Schweiz am 14. Juni eine halbe Million Frauen (und Männer) auf die Straße. Sie demonstrierten für Gleichstellungstellung und gegen Lohndiskriminierung. Auch heute verdienen Schweizer Frauen im Durchschnitt immer noch 20 Prozent weniger als Männer. Auf diesen Missstand wollte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) mit einem Aktionstag in der ganzen Schweiz aufmerksam machen. […]Lesen »

Neuer Name – mit alter Deutlichkeit unterstrichen

»Solidar Suisse« ist der neue Name des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks. Um das bekannt zu machen, verband die Organisation die Kommunikation des Namenswechsels mit einer Kampagne über nachhaltiges Einkaufen der öffentlichen Hand. »Solidar Suisse« hat in den letzten Jahren mit mehreren Internet-Kampagnen die Schweizer Gemeinden aufgefordert, nur noch fair produzierte Waren einzukaufen. Mit einem Gemeinderating zeigt das Hilfswerk auf, wo die die Gemeinden heute stehen – und schlägt damit einen Bogen zu seinem früheren Engagement.Lesen »

Obst ernten mit Online-Anleitung

Die Idee kommt den Initianten beim Kanufahren in Ostdeutschland. Von alten, verwilderten Bäumen herab hängen reife Früchte ins Boot ‒ in dem die Rucksäcke liegen, die mit Supermarktobst aus Südamerika gefüllt sind. Zusammen mit vier Freunden brüten die Kanufahrer nach ihrer Rückkehr nach Berlin darüber, wie man verlassene Bäume wieder nutzen könnte. Gemeinsam schaffen sie die Plattform mundraub.org, auf der eine Google-Karte solche Bäume sichtbar macht.Lesen »

Ich wähle umweltfreundlich. Und du?

Wie kann eine Umweltorganisation bei Wahlen im Sinne ihrer Anliegen mobilisieren? Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nutzt die Stimmung vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Er verbreitet nicht nur Informationen zur »Umweltfreundlichkeit« der Kandidaten, sondern macht mit Hilfe einer Internetplattform seine Mitglieder und Sympathisanten zu Botschaftern umweltpolitischer Anliegen, die ihr Umfeld auf die Wahl hinweisen und zum Wählen motivieren. Lesen »

Gesicht zeigen gegen Atomkraft

Als die Bundesregierung im Herbst 2010 die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke beschließt, tut sie das gegen den Willen der Bevölkerung. Glaubt man den Umfragen, sind zwei von drei Deutschen gegen die Verlängerung. Die Deutsche Umwelthilfe macht mit ihrer Plattform »Wir sind Aussteiger« die Masse der Atomkraft-Gegner und -Kritiker sichtbar und lässt jeden Nutzer mit seinem Porträt und einem kurzen Statement gegen Atomkraft daran teilhaben.Lesen »

SMS für Menschenrechte verschicken

Amnesty International wurde mit Petitionen und Briefaktionen bekannt, die auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen. Mit Kurzmitteilungen hat die Organisation in der Schweiz eine neue Möglichkeit geschaffen, diese Petitionen zu unterstützen. Registrierte Teilnehmer erhalten SMS-Aufrufe, die sie mit einer einfachen Antwort unterstützen können. Die Teilnahmeraten sind entsprechend hoch. Lesen »

Kleinstspenden leicht und sichtbar machen

Eine Winterjacke, die einen Obdachlosen in Berlin möglicherweise vor dem Erfrieren rettet, kostet nur 30 Euro. Ein Bündnis um die Berliner Obdachlosenzeitung »strassen|feger« startet daher eine Kampagne, um möglichst viele Obdachlose mit einer Winterjacke auszustatten. Auf der Internetplattform »One Warm Winter« können sich Unterstützer mit einem Euro am Kauf einer Jacke beteiligen und dies im Internet gegenüber ihrem Umfeld sichtbar machen. Sobald 30 Euro gespendet worden sind, wird eine Jacke gekauft und dort eingesetzt, wo sie am dringendsten benötigt wird.Lesen »

Persönliche Netzwerke mit SMS mobilisieren

Die Befürworter einer Schweizer Volksinitiative verfügten für ihre Abstimmung im Gegensatz zu den Gegnern kaum über institutionalisierte Netzwerke. Sie wählten deshalb die Kurzmitteilung als einfache und direkte Form, Gleichgesinnte zu Unterstützern und Botschaftern zu machen. Über eine Internetplattform konnte jeder in seinem Freundeskreis per SMS gratis zur Wahl aufrufen. Durch den persönlichen und bekannten Absender hatte die Mitteilung mehr Gewicht als der Wahlaufruf einer Partei.Lesen »

Showdown in der Sporthalle

Möhlin liegt in der Nordwestschweiz, in der Nähe von Basel, hat 10.000 Einwohner und erlebte auf schweizerische Art sein »Stuttgart 21«. Eine Bürgerbewegung stellte sich den hochfliegenden Plänen der Regierung, erneut Acker- in Bauland umzuwandeln, entgegen. Weil sie sich vor Ort und in den politischen Möglichkeiten auskennt, spielte sie mit einfachen Mitteln das Projekt an die Wand – ganz ohne finanzielle Mittel, sondern mit Engagement, nachbarschaftlicher Arbeit, einem E-Mail-Verteiler und einer Website. Lesen »

Provokation verbreitet sich im Internet

Im aufgeheizten Schweizer Abstimmungskampf zur so gennanten »Ausschaffungsinitiative«, der Abschiebung »kriminieller Ausländer«, taucht die Internetseite einer neuen Organisation OLAF auf. In einem YouTube-Film vertritt der Vorsitzende, Dr. Alois Stocher, eine noch extremere Position als die rechtspopulistische Urheberin der Volksinitiative. Schnell wird die Kampagne durch die Medien aufgegriffen. Nach diesem Auftakt begleitet OLAF mit Aktionen den ganzen Abstimmungskampf und findet in der Satire einen Weg, um die extremen Forderungen der Initiative deutlich zu machen.Lesen »

Konsumenten fordern Fairness in der Textilbranche

Die entwicklungspolitische Organisation »Erklärung von Bern« organisiert Konsumenten zu einer Protestbewegung gegen die Lohnpolitik der Modelabels. Mit den drei einfachen Online-Kampagnenschritten Protestieren-Weitererzählen-Spenden schuf die Kampagne ein breites Bewusstsein, dass Konsumenten erstens Macht haben und zweitens Konzerne mehr Verantwortung tragen sollten für faire Arbeitsbedingungen in den Ländern des Südens.Lesen »

Vorbilder provozieren für mehr Wahlbeteiligung

Kurz vor der Bundestagswahl 2009 haben Prominente aus allen Gesellschaftsschichten in einem Video auf YouTube dazu aufgerufen, die Wahl zu boykottieren. Der Appell wurde innerhalb einer Woche von vielen Medien als ein Skandal bezeichnet. Zehn Tage später lösten dieselben Prominenten die Kampagne auf: Mit ihrer gezielten Provokation wollten sie dem Thema Wahlbeteiligung Aufmerksamkeit verschaffen – und riefen zur Wahl auf.Lesen »

Vom Facebook-Freund zum Mitglied

Das Schweizer Arbeiterhilfswerk SAH spricht mit einer mehrstufigen Kampagne neue Personen ganz unverbindlich über Facebook an und will diese schrittweise an sich binden, bis sie zu neuen Mitgliedern des Hilfswerks werden. Als Aufhänger dafür nutzen sie die Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika, einem Land, wo sich das Hilfswerk seit langem engagiert. Mit einer Online-Petition gegen Ausbeutung der Arbeitskräfte rund um die Weltmeisterschaft stellen sie einen ersten Kontakt her. Ein Online-Film, ein Tippspiel und Fundraising intensivieren den Kontakt und per E-Mail fordern sie schlussendlich zum Beitritt auf.Lesen »

Jungwähler mobilisieren Potsdam

Der Stadtjugendring Potsdam veranstaltete einen Wettbewerb, bei dem die Potsdamer junge Gesichter für eine Mobilisierungskampagne zur Kommunalwahl bestimmen konnten. Die Bewerber dafür kämpften in ihrem Bekanntenkreis um Stimmen und erlebten so einen eigenen Wahlkampf, bevor der richtige zur Potsdamer Stadtverordnetenversammlung begann. Bei der Stimmabgabe auf der Website des Wettbewerbs kamen die Bekannten der Wettbewerbskandidaten in Kontakt mit der Kommunalpolitik und ins Gespräch mit den Kandidaten der Kommunalwahl – und erfuhren, wie die Stimmabgabe für diese funktioniert.Lesen »

Bürgerbewegung organisiert Unterstützung vor Ort

Eine Bürgerbewegung in Zürich wehrt sich gegen Wohnungsabriss. Um die Bevölkerung, Medien und Politik für ihr Anliegen zu gewinnen, arbeitet sie geschickt mit den neuen Medien: Sie vermeiden, das konkrete Handeln in der »richtigen Welt« vor Ort durch zweifelhafte und weitgehend wirkungslose Online-Aktionen zu ersetzen. Stattdessen schaffen sie mit klassischer Organisationsarbeit in der Nachbarschaft eine solide Basis an Unterstützern und erweitern diese dann über deren persönliche Netzwerke im Internet. Die neuen Unterstützer mobilisiert sie konsequent für ihr Handeln vor Ort.Lesen »